TSV Rot Weiß Auerbach - Volleyball

Medaille beim Hessenjugendpokal!

„Also Mädels, je nach dem welchen Platz wir in der Vorrundengruppe belegen, haben wir heute vier oder fünf Spiele“ stimmte Trainer Willi Zeig die weibliche U18 am vergangenen Sonntag (13.3.) auf einen langen Tag beim Hessenjugendpokal in Bischofsheim ein. Und Leo gab mit „dann gewinnen wir also vier oder fünf Spiele“ gleich die Marschrichtung vor. Ein langer Tag wurde es (über 10 Stunden in der Halle) und obwohl es „nur“ drei Siege wurden, auch ein erfolgreicher.

Doch der Reihe nach: Nachdem mit Flo die einzige Spielerin mit Landesligaerfahrung bei der ersten Damen absagen musste und mit Eurona, Erza, Johanna weitere U18-Spielerinnen fehlten, reiste Auerbach nur zu acht an. Neu dabei war Mimi, wie Jasmin aus der dritten Damen, außerdem Leo und Freya aus der zweiten sowie Luca, Katha, Sinah und Lotte aus der vierten. Nach einer intensiven Vorbereitung am Tag zuvor waren alle topfit und motiviert (siehe oben). Es standen insgesamt sieben Spielrunden auf allen drei Feldern an, und neben der klaren Ansage der Turnierleitung, die Einspielzeiten kurz zu halten (wird bei allen Jugendmeisterschaften gefordert, aber selten eingehalten) hofften alle Beteiligten auch auf wenige Tie-Break-Spiele, um nicht zu spät nach Hause zukommen.

Gleich im ersten Vorrundenspiel der Gruppe C – Auerbach stellte das Schiedsgericht – zeichnete sich aber ab, dass es länger gehen würde. Der Erstplatzierte der Qualifikation Süd zum Hessenjugendpokal, die TG Naurod und der Drittplazierte (ebenfalls Quali Süd) TV Bommersheim gingen gleich über die volle Distanz (25-27 / 25-17 / 5-15). Dann griff Auerbach ins Geschehen ein und offenbar wollten die Mädels die Zeit gleich wieder aufholen. Ins erste Spiel gegen Naurod starteten sie sehr konzentriert und setzten den Gegner von Beginn an unter Druck. Durch den präzisen Spielaufbau konnten sich die Angreifer Sicherheit holen und bei geringer Fehlerquote dennoch den direkten Punkt suchen. Gute Aufschläge und eine stabile Annahme brachten dann auch den schnellen Sieg (25-6 / 25-15). Im zweiten Spiel gegen Bommersheim ging es zunächst genauso weiter, nur Mitte des zweiten Satzes nahm sich die Annahme eine kurze Auszeit, trotzdem war auch dieser Sieg ungefährdet (25-11 / 25-12). Damit war der erste Platz in der Vorrunde gesichert. Nebenbei hatte die Bergsträsserinnen die Zeit auch aufgeholt und konnten nun kurz pausieren, bis die anderen Gruppen ihre Vorrunde abgeschlossen hatten. Der Spielplan sah ansonsten keine Pausen vor, in allen sieben Spielrunden spielte man entweder selbst oder stellte ein Schiedsgericht.

Warten auf den Ball 1

Im Vergleich konnte man sehen, dass Auerbach die wohl leichteste Vorrundengruppe erwischt hatte, wohingegen die Gruppe A – deren Gruppenzweiter der Gegner im nun folgenden Überkreuzspiel sein würde – deutlich stärker besetzt war. Dort setze sich der erste der Qualifikation Nord zum Hessenjugendpokal (SSC Vellmar) gegen den dritten der gleichen Quali (SG Rodheim) und auch gegen die favorisierte TuS Kriftel, immerhin vierter der Qualifikation zur Hessenmeisterschaft, durch. Gegen Kriftel hatte Auerbach bei der Quali zur HM im Tie-Break verloren und war nun vor den Vertretern aus dem Norden gewarnt. Rodheim holte sich den zweiten Platz und  stand damit als Gegner für das Überkreuzspiel fest. Gleich zu Beginn merkte man, dass die leichte Vorrundengruppe nicht nur Vorteile für Auerbach hatte. Sie brauchten lange, um mit den nun deutlich stärkeren Aufschlägen und Angriffen zurecht zu kommen. Rodheim trat nach dem Sieg gegen Kriftel selbstbewusst auf und insbesondere eine Außenangreiferin konnte fast nach Belieben punkten. Zwar stellte Auerbach Mitte des ersten Satzes im Block um, es reichte aber nicht mehr, der Durchgang ging klar verloren (13-25). Aber anstatt frustriert  oder verunsichert, gingen die Mädels hoch motiviert in den zweiten Satz, sie wussten, dass sie das auch besser können. Der Block zeigte nun Wirkung, so dass Rodheim im Angriff etwas umstellen musste, und die Abwehr erledigte den Rest. Der Gegner kam nicht mehr zu einfachen Punkten und bei den langen Ballwechseln zeigte Auerbach wieder die Sicherheit im Spielaufbau, die sie schon in den ersten Spielen gezeigt hatten. Nach Aufschlagserien von Jasmin und Mimi, bei denen Rodheim kaum vernünftige Gegenangriffe zustande brachte, ging der Satz schnell mit ebenfalls 25-13 an Auerbach. Der Tie-Break musste nun entscheiden, wer um die Plätze eins bis drei und wer um Platz vier bis sechs spielen würde. Beide Teams begannen konzentriert, aber etwas zurückhaltend, um Fehler zu vermeiden. Bis 6-6 ging es im Gleichschritt, dann zog Rodheim mit 4 Punkten in Folge davon. Auerbach ließ sich nicht beirren, bewarte Ruhe und nach einer Auszeit bewiesen erst Mimi und dann Sinah mit riskanten Aufschlägen Nervenstärke. Nachdem Auerbach den Punkt zum 14-11 wieder aberkannt bekommen hatte, da das Schiedsgericht nach Reklamation des Gegners nicht mehr sicher war, ob der Aufschlag drin oder Aus war, wurde es noch einmal eng, aber aus einer guten Annahme heraus konnten die Mädels den noch fehlenden Punkt holen und gewannen mit 15-13. Damit war Auerbach eine Medaille sicher.

In den anderen Überkreuzspielen setzten sich jeweils auch die Gruppenersten der Vorrunde durch, damit traf Auerbach nun auf den SSC Vellmar und die HTG Bad Homburg, als fünfter der Quali zur HM und den Spielen in der Landesliga zuvor den Auerbachinnen gut bekannt, mit jeweils klaren 0:2 Niederlagen aber nicht so gut in Erinnerung.
Zu Beginn stellte Auerbach wieder das Schiedsgericht und Vellmar setzte sich knapp im Tie-Break durch. Nun ging es für die Bergsträsserinnen gegen Bad Homburg. Dabei verlief der erste Satz ähnlich wie in der gesamten Saison: Auerbach konnte zunächst mithalten, aber am Ende lag Bad Homburg mit 25-17 vorne. Im zweiten Satz hingegen machte sich die zu schon zu Beginne des Spiels geänderte Aufstellung der Auerbacherinnen bezahlt: Sinah konnte nach kurzer Eingewöhnung im ersten Satz ihre Qualitäten als Libero in Annahme und Abwehr besser zeigen, Leo und Mimi nutzten die Pause, wenn sie in der Abwehr vom Feld durften, um sich etwas zu erholen und am Netz in Block und Angriff schneller agieren zu können. Durch die stabile Annahme war es für die Zuspieler Luca und Katha einfacher, die Angreifer mit präzisen Pässen zu versorgen und mit den Angriffen und weiterhin guten Aufschlägen konnte der Gegner ständig unter Druck gesetzt werden. So holte sich Auerbach den Satzausgleich mit 25-18. In den folgenden Tie-Break startete Bad Homburg mit sehr guten Aufschlägen, Auerbach konnte im Gegenangriff keinen Druck entwickeln und  trotz zweier Auszeiten und Änderungen in der Annahme zog Bad Homburg auf 12-0 davon. Auerbach stemmte sich nochmal gegen die drohende Niederlage, versuchte mit mehr Risiko im Aufschlag den Gegner aus der Ruhe zu bringen, am Ende reichte es aber nicht, der Satz und das Spiel gingen mit 8-15 verloren. Enttäuscht und auch etwas müde, startete man nun gegen Vellmar, die die Spielpause nutzen konnten, um etwas Kraft zu tanken. Über starke Aufschläge und mit guten Angriffen über die Mitte und Außen ließ der Gegner Auerbach gar nicht erst ins Spiel kommen und überrollte die Mädels von der Bergstrasse förmlich mit 25-8. Doch wie schon in den Spielen zuvor sammelte sich Auerbach in der Satzpause und ging im zweiten Satz von Anfang an wesentlich konsequenter zu Werke. Bei Vellmar machte sich nun auch der lange Tag bemerkbar, insgeheim hatte man wohl auf einen schnellen zweiten Satz gehofft, doch Auerbach beschäftigte die Abwehr mit langen Bällen und forcierte so die Fehler bei den Nordhessinnen. Mit 25-18 erkämpfte man sich nun noch einmal den Tie-Break, den dritten in Folge. Vellmar konnte sich dann aber letztlich klar im finalen Satz mit 15-7 durchsetzen.

Natürlich sind zwei Tie-Break – Niederlagen zum Abschluss eines langen Spieltags nicht gerade stimmungsfördernd, aber die Art und Weise wie sich Auerbach hier präsentiert hatte und überhaupt erst in die Finalrunde eingezogen ist, ließ den Mädels spätestens bei der Siegerehrung und der Übergabe der Medaillen bewusst werden, dass es in Summe doch ein gelungener Spieltag war.

Besonders positiv stimmt auch noch die Tatsache, dass Auerbach mit einer jungen Mannschaft angetreten ist und der komplette Kader nächste Saison immer noch zur Teilnahme an den U18-Turnieren berechtigt ist.

hinten von links: Mimi, Freya, Jasmin, Leo vorne von links: Katha, Luca, Sinah, Lotte
hinten von links: Mimi, Freya, Jasmin, Leo
vorne von links: Katha, Luca, Sinah, Lotte

Es spielten: Luca Düringer, Sinah Düringer, Annalouise „Mimi“ Harks, Leonie Konietzka, Katharina Merk, Freya Nagel, Jasmin Stier und Eva-Lotte Wenderoth. Trainer: Willi Zeig.

Avatar

Marie-Sophie Eckert

Archive